Ubud

      

Ubud, dieses ehemals kleine Dorf ist mittlerweile zu einer Stadt gewachsen. Hier wo einst der deutsche Maler Walter Spieß sein zu Hause fand, gibt es jetzt sicher Hunderte von Malern und Künstlern. Der Ort liegt umgeben von Schluchten, die Umgebung ist landschaftlich schön und abwechslungsreich. Es gibt noch ein paar Reste von tropischen Wäldern, Reisfelder und traditionelle Dörfer. Fast ununterbrochen werden Tempelfeste gefeiert und Zeremonien abgehalten. Die wohl größte Zeremonie des letzten Jahrhunderts fand am 15.Juli 2008 statt. Über Wochen war eine Straße an der zentralen Palastkreuzung, wo eigentlich das Leben während der Hochsaison pulsiert, für die aufwendigen Vorbereitungen dieser Jahrhundertzeremonie gesperrt. Hunderte von Handwerkern, Malern, Holzbildhauern aus ganz Bali arbeiteten auf den großen Tag hin. Innerhalb von sechs Wochen entstand im Zentrum von Ubud eine provisorische Totenstadt. Für den Transport der sterblichen Hüllen wurden gigantische "bade" -Transporttürme- errichtet. Der Größte war fast 30 Meter hoch und hatte ein Gewicht von 11 Tonnen. Diese Türme wurden dann von Hunderten Balinesen am Tag der Verbrennung unter Begleitung von Gamelanorchestern tausenden Schaulustigen von der Palastkreuzung über etwa einen Kilometer bis dem großen Platz vor dem "Pura Dalem" getragen. Einen langen Bericht über dieses Spektakel findet ihr unter den REISEBERICHTEN, viele Fotos auf dieser Seite ganz unten.

    

Fast täglich finden in und um den Kunst- und Kulturort Ubud Zeremonien statt

Nach dieser großen Verbrennung sollte eigentlich alles wieder in Ubud seinen normalen Lauf nehmen, bis dann plötzlich in der Regenzeit 2009 die Straße Jl.Raya Ubud in der Nähe des Marktes durch einen unterirdischen Fluss untergraben wurde und eingestürzt ist. Umgeleitet wurde der sowieso chaotische Verkehr über die Monkey Forest Road (Jl. Wanara Wana), einer eigentlichen Einbahnstraße, damit wurden die Verkehrsprobleme nicht wesentlich behoben, eher noch chaotischer.

    

Die jungen Zeremoniebesucher immer gut drauf - FlipFlops in jederAusfuhrgung

Dem Tourismusgeschäft hat dieser kleine Straßeneinbruch keinen Abbruch gemacht, im Gegenteil, im Jahr 2009 wurden wieder Rekordbesucherzahlen geschrieben...... Was macht eigentlich die Anziehungskraft dieses Ortes so überaus stark? Ist es dieses zauberhafte Flair, welches sich in den späten Nachmittagsstunden in den Gassen zwischen der Monkey Forest und Hanoman Road ausbreitet, sind es die allabendlichen Tanzvorführungen, die in verschiedenen Tempeln stattfinden oder sind es einfach nur die umgebenden malerischen Reisterrassen, die einen Hauch von Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen? Sicher darf man die vielen netten Restaurants, die Shops und nicht zuletzt die freundlichen Menschen nicht vergessen, sie machen Ubud zu einem wirklichen Anziehungspunkt von Touristen aus aller Welt. Radfahren, Wandern und Raften im Ayung River gehört mit zu den beliebtesten Aktivitäten rund um das Kulturzentrum. Die Raftingtouren im Ayung kann man vielerorts auch in Kuta, Legian u.s.w. buchen, es gibt sicher mindestens 10 Rafting-Anbieter in verschiedenen Preisklassen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad und Rahmenprogramm. Fast jeder Shop in Ubud hat Leihräder vor der Tür, der Preis ist gering, die Sicherheit auch! Auf jeden Fall sollte man eine kurze Probefahrt nicht vergessen und die Bremsen checken, denn die werden auf jeden Fall gebraucht! Wer entspannt dem Verkehrsaufkommen aus dem Weg gehen will und trotzdem diese Gegend um Ubud mit den wundervollen Reisterrassen, die Natur im Ayung River Canyon und vielleicht auch noch die eine oder andere Zeremonie hautnah erleben will, der ist sicher bei einer geführten Radtour besser aufgehoben als allein los zu radeln. Mit Sicherheit ist dies eine gute Alternative intensiv die Gegend zu erforschen.

    

Fotoshooting bei einer Radtour - Saraswati Tempel mit schönem Lotusteich

Erforschen lassen sich auch bei jeder allabendlichen kulinarischen Kneipentour die exotischen Spezialitäten in den vielen Restaurants in und um das Zentrum. Fremde Speisen wie Babi Guling, Sate Ayam, Sate Kambing, Pepes Ikan und Bebek stehen oft auf dem Speiseplan. Keine Angst, es hat bisher jeder überlebt. Wer auf Pizza, Pasta, Wiener Schnitzel und Rindsroulade nicht verzichten kann, der wird aber auch hier fündig. Die vielen Futterplätze aufzuzählen würde den Rahmen sprengen, wer aber zünftig ein Babi Guling verspeisen möchte, der ist schräg gegenüber dem Ubud Palast unter dem Bayan-Baum, Jl. Suwetar, nicht schlecht aufgehoben. Bintang ist der klangvolle Namen bei den meisten Australiern, die Bali als Enklave auserkoren haben, hier handelt es sich um dieses kühle Getränk, welches die meisten Deutschen als Bier bezeichnen. Es ist eine Tochter des bekannten Heineken und Mann oder Frau kann es durchaus genießen. Wer aber keinen Hopfensaft mag, dem seien die vielen anderen exotischen Fruchtsäfte empfohlen, Mango, Papaya, Ananas und wie sie alle heißen, immer frisch und furchtbar gut!

    

Schmackhaftes Nasi Campur an der Straße und Babi Guling noch am Spieß...

  Nicht nur Restaurants gibt es in Ubud wie Sand am Strand von Kuta, sondern auch eine ganze Reihe von Galerien und Gemäldeverkaufsshops. Wer sich für Malerei interessiert, dem ist die Galerie nebst Grundstück von Mario Blanco empfohlen. Nicht nur seine Bilder sind sehenswert, die gesamte Anlage ist einen Besuch wert! Der Eingang ist leicht zu finden, bei der bekannten Hängebrücke nach Campuan etwa 100m links. Ein paar Meter weiter Richtung Campuan, die Straßenseite braucht man nicht zu wechseln, stehen vor einem nicht zu übersehenden Gebäude flippige Statuen und sehr kreative Gemälde, hier ist die etwas andere Galerie vom amerikanischen Künstler Simom. Sollte der Künstler gerade anwesend sein, so liegt er in einer Hängematte und lässt das Bild in sich entstehen…… Ein kurzer Besuch lohnt sich nicht nur wegen der schönen Aussicht vom ersten Stock, die gesamten Inventargegenstände regen auf jeden Fall auch die Fantasie an. Weitere Kreativlinge, Kunstgewerbeshops, Antiquitäten und auch Sarongmalereien gibt es weiter diese Straße entlang nach Ketewadan.   

    

Der deutsche Maler Walter Spieß hat die Stadt Ubud weltberühmt gemacht, nun gibt es dutzende von unterschiedlichen Galerien

Zeremonien aller Art sind beliebt auf der Götterinsel, besonders im Umkreis von Ubud gibt es sie sehr zahlreich. Hochzeitszeremonien klingen ja für den westlichen Besucher ganz normal, aber was sind Zahnfeilzeremonien??? Normalerweise ist diese in den Jahren vor der Hochzeit vorzunehmen, so hört man es in den meisten Dörfern. Bei dieser Zeremonie werden die vorderen oberen Zähne auf eine gleiche Linie gemeißelt und gefeilt. Der symbolische Gehalt besteht darin, dem Menschen über das Abfeilen der als tierisch angesehenen Eckzähne seine tierische Begierde zu nehmen. Die 6 dabei abgefeilten Zähne stehen für so unerwünschte Eigenschaften wie Wollust, Wut, Raffgier, geistige Verwirrung, Trinksucht und Neid. Es wird erwartet, dass der im Munde Zurechtgestutzte von da an die Reife eines Erwachsenen hat. In anderen Dörfern erzählt man, dass nur die Zähne bei den Mädels vor der Hochzeit gefeilt werden, denn nur wilde Tiere haben ungerade Zähne und kein Mann würde ein wildes Tier heiraten…..

    

Keine Angst, das bemeißeln der Zähne geschieht nur mit kleinem Hammer und Meißel und es ertönt ein sanfter Glockenklang dazu

Über eine der jemals größten Verbrennungszeremonien in Ubud ist hier ein extra Bericht....

Für einen Besucher aus der westlichen Welt sind Zeremonien immer wieder unglaubliche Augenblicke, sie erinnern an Märchen aus Tausendundeiner Nacht


Bei einer Radtour sollte man sich nicht über eine Vielzahl von Neugierigen wundern....., der balinesische "Stress" in den Dörfern kennt keine Grenzen!

 

............und noch ein paar Fotos von der größten Cremationszeremonie des letzten Jahrhunderts......

Am 15. Juli 2008 hat eine der größten Cremationszeremonien in Ubud stattgefunden. 3 Mitglieder der Königsfamilie von Ubud wurden bei diesem Spektakel verbrannt. Um den etwa 20 Meter hohen Verbrennungsturm vom Palast zum Verbrennungsplatz zu tragen, wurden am 15. Juli früh noch einige Bäume von der Allee, die im Weg standen, gefällt und die störenden Stromleitungen wurden ebenfalls entfernt. Ubud war somit für einige Zeit ohne Strom. Hier ein ausführlicher Bericht

  

    

    

    

    

    

 

 

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