Vulkan Batur

      

Ein absoluter landschaftlicher Höhepunkt eines jeden Bali-Besuchs ist der noch immer aktive Vulkan Batur (1717m). Bevor wir aber in 2-3 Stunden Fahrzeit vom touristischen Süden über Ubud die Straße hinauf fahren, hier ein kurzer Überblick über die Geschichte des Vulkans:
Ein schwerer Ausbruch 1917 hat das Dorf Batur am Fuße des Vulkans stark zerstört, aber der Tempel ist von den Lavamassen verschont geblieben. Dies nahm man als gutes Omen und baute das Dorf an gleicher Stelle wieder auf. Der nächste schwere Ausbruch 1926 vernichtete das Dorf erneut, diesmal mitsamt dem Tempel. Erst daraufhin entschlossen sich die Bewohner, das Dorf Batur an eine geschützte Stelle auf den Rand der Caldera zu verlegen. Ein paar kleinere Ausbrüche 1994 und 1998 haben Nebenkrater geschaffen, der letzte dokumentierte Ausbruch war im Jahre 2000.

   
Der Vulkankegel des Batur von Penelokan und vom Ostufer des Batur-Sees aus gesehen

Die meisten Besucher nehmen die Verbindungsstraßen Ubud über Tegalalang zum Batur oder Tampaksiring, Gunung Kawi, Batur. Erreicht man die die Caldera bei Penelokan, so bietet sich ein gewaltiger Ausblick über die gesamte Kraterlandschaft, dass scheinen auch die hemmungslosen Souvenirverkäufer, Schlepper und Vulkanguides zu wissen, die einem an den aussichtsreichen Stellen regelrecht überfallen. Wer gute Nerven und Glück hat, dass noch einige Schaulustige dazu kommen, die dann gegebenenfalls belagert werden, kann den Blick über die Region vielleicht doch noch genießen. Tief unten in einem gigantischen Vulkankrater liegt der langgezogene Batur-See, umgeben vom noch aktiven Vulkan Batur im Westen und dem Gunung Abang (2153m) im Osten. Will man weiter in die Region, so soll eine Art Eintritt gezahlt werden, für was weiß wohl keiner richtig, denn um eine Natursensation zu sehen, gibt es normalerweise kein Geld, schon gar nicht, wenn kein Ticket verfügbar ist! Ein paar Ausreden helfen oft weiter, da der Job der Jungs auch nicht sattelfest ist ;-)

   

Die Aussicht vor Sonnenaufgang vom Kraterrand - Vulkantrekking

Wer eine Vulkanbesteigung unternehmen möchte, ist gut beraten dies mit einer Zweitagestour zu verbinden, denn die Guides starten bereits zwischen 3 und 4 Uhr nachts um bei Sonnenaufgang am Kraterrand zu stehen. Die Aussicht von oben ist unvergleichlich schön, man hat einen Blick über die ganze umgebende Caldera, denn der Gunung Batur ist ein Vulkan im Vulkan: Er steht selbst in einem Kraterkessel, der vor Jahrmillionen durch eine Gasexplosion entstand, die den Gipfel des großen Urvulkans wegsprengte. In der dadurch entstandenen Caldera bildete sich der junge Batur, der noch immer wächst. Bei Sonnenaufgang und guter Sicht kann man im Osten den ebenfalls vulkanischen Gunung Rinjani (letzter Ausbruch 2009) auf der Insel Lombok und im Westen die Vulkane Javas erkennen. Nach diesem Schauspiel gibt es das traditionelle "Vulkanfrühstück" mit in den heissen Dämpfen gekochten Eiern und Bananen und, je nachdem, was gebucht wurde, eine mehr oder wenige lange Runde um die verschiedenen Nebenkrater.   

   

Der Gipfel des "jungen" Batur von unten und die Aussicht über die gesamte Caldera von oben.

Nach der Tour kann man den Schweiß in den heißen Quellen bei Toya Bunkah abwaschen und den Körper in einem Schwimmbad wiederbeleben. Ob der Eintritt mit 10 USD pro Person gerechtfertigt ist, darüber lässt sich sicher streiten. Einfache Übernachtungsmöglichkeiten gibt es entlang des Sees bis Toya Bunkah. Die Straße auf der anderen Seite des Sees hat mehr Löcher als Asphalt, sie führt in das berühmt wie auch berüchtigte Bali-Aga-Dorf Trunyan. Hier setzen die altbalinesischen Bewohner die Leichen ihrer Angehörigen, statt sie zu verbrennen, unter einem heiligen Waringin-Baum Vögeln und Dschungeltieren zum Fraße vor. Wer sich den Anblick herumliegender Knochen und Schädel ersparen will, der kann getrost auf dieses Abenteuer verzichten.

   

Radtour im Lavafeld der großen Caldera

Wer eine Trekkingtour auf den Batur geplant hat, der sollte eine Taschen- oder Stirnlampe, Sweatshirt oder besser Jacke, lange Hose und festes Schuhwerk (Trekkingschuhe, notfalls Sportschuhe) dabei haben. Wasser und andere Getränke haben auch ein paar Trägerinnen dabei, man sollte sich aber im Klaren sein, daß der Preis des kostbaren Nass mit jedem Höhenmeter steigt. Oben angelangt zahlt man mehr als in einem *****Hotel! Auch wenn die Tour nachts beginnt, sollte die Sonnencreme nicht vergessen werden, die UV-Strahlung in 1500m Höhe ist enorm und bei stetigem Wind spürt man die Verbrennung erst, wenn es zu spät ist. Einen neuen Downhill mit den Bikes haben wir für die Offroadfans von der Flanke des Gunung Abang hoch über dem Batursee bis in die Nähe des Muttertempels Besakih an den Haengen des gigantischen Gunung Agung. mehr >

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